In der Schwammstadt fliesst Regenwasser seltener direkt in die Kanalisation, sondern wird zurückgehalten, verdunstet oder versickert. Das entlastet bei Starkregenereignissen die öffentlichen Anlagen – und hält zugleich kostbares Wasser in der Stadt. Hier versorgt es Bäume, kühlt Plätze und macht den öffentlichen Raum widerstandsfähiger gegen längere Trockenphasen. Richtig geplant, verbessert diese Begrünung auch die Biodiversität.
Mit kontinuierlicher Kommunikation, Beratung und seit 2022 mit dem jährlich rund 300 000 CHF dotierten Schwammstadtfonds – gespeist aus Abwasser- bzw. Entwässerungsgebühren – motiviert die Entsorgung St. Gallen Private und Unternehmen zu eigenen Projekten. Rund 90 % der Stadtfläche liegen in Privatbesitz, etwa 70 % des Wasserabflusses stammen von dort – die Hebelwirkung ist entsprechend gross. Erfreulicherweise ist die Resonanz hoch: Stand Mai 2026 liegen 133 Fördergesuche vor. Die Hälfte davon wurde bereits umgesetzt, weitere 30 % wurden bewilligt.
Gefördert werden Massnahmen zur Schliessung des Wasserkreislaufes vor Ort. Dazu gehören die Schaffung von offenen Wasserflächen, Regenwasserzisternen mit Nutzung, die Entsiegelung von Flächen, Anlagen zur Versickerung oder Verdunstung von Regenwasser und die Begrünung von Gebäuden. Gefördert wird auch die getrennte Ableitung des Regenwassers vom Schmutzwasser.
Auch im öffentlichen Raum, auf Strassen und Plätzen, sind Schwammstadtmassnahmen wichtig für eine resiliente und attraktive Stadt. Hierbei arbeitet die Entsorgung St. Gallen eng mit anderen Dienststellen, wie zum Beispiel Tiefbauamt und Stadtgrün, zusammen. Zielkonflikte – etwa genügend Wurzelraum für Bäume versus Platz für Leitungen im Untergrund – werden offen verhandelt und zu tragfähigen Lösungen weiterentwickelt.
Zusätzlich unterstützt die Mobiliar Genossenschaft im Rahmen ihres Engagements in der Forschung und Prävention von Naturrisiken zwei laufende Projekte der Stadt St. Gallen im öffentlichen Raum sowie die Kommunikation zur Sensibilisierung der Bevölkerung.