Die Stadt Thônex verfügt über einen Gebäudebestand, der mehrheitlich zwischen 1946 und 1990 errichtet wurde und damit ein erhebliches Potenzial für energetische Sanierungen aufweist. Vor Projektbeginn war jedoch das detaillierte Verständnis dieser Ausgangslage nur unzureichend vorhanden. Die Ergebnisse eines Analyseinstruments zur politischen und statistischen Ausgangssituation ermöglichten es, dieses Wissen systematisch aufzubereiten. Dabei wurden der Zustand des Gebäudebestands, die kommunalen Zielsetzungen, die personellen und finanziellen Ressourcen sowie der lokale Kontext miteinander verknüpft. Die Analyse brachte bisher kaum dokumentierte Aspekte ans Licht, insbesondere die hohe Dichte an energieintensiven Gebäuden sowie bestimmte Hindernisse bei der Sanierung, die auf Informationsmangel und die als komplex empfundene Abwicklung zurückzuführen sind.
Gleichzeitig ermöglichte die Analyse der Stadt, ihre Zielsetzungen realistisch an ihre verfügbaren Mittel anzupassen und eine schrittweise Strategie zu definieren. Daraus resultierte die Einführung eines sogenannten „Facilitator-Modells“. Dieses sieht vor, alle Eigentümerinnen und Eigentümer proaktiv zu informieren – unabhängig von Gebäudetyp oder Situation – und ihnen eine erste Unterstützung bei der Planung energetischer Sanierungen anzubieten.
Die kommunalen Ressourcen wurden über die technischen Dienste und die Nachhaltigkeitsabteilung mobilisiert, wodurch eine kohärente Umsetzung im Einklang mit bestehenden Politiken und den Zielen der „Energiestadt“ gewährleistet werden konnte. Insgesamt hat das Projekt die Handlungsfähigkeit der Stadt gestärkt und die Einbindung privater Akteure in die Energiewende wesentlich gefördert.