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Neugestaltung des Spielplatzes nach dem Schwammstadt-Konzept

Das Projekt zur Neugestaltung des Spielplatzes an der Via Pico entstand mit dem Anspruch, eine in die Jahre gekommene städtische Fläche in einen zeitgemässen, inklusiven und nachhaltigen öffentlichen Raum zu verwandeln – mitgedacht: die Anpassung an den Klimawandel. Der im Stadtteil Cassarate in Lugano liegende Park wurde als Ort der Begegnung, des Spiels und der Entdeckung neu konzipiert – offen für Kinder, Familien und Menschen jeden Alters.

Ein Projekt auf Höhe der Zeit

Die Stadt Lugano zählt über 68'000 Einwohnerinnen und Einwohner und trägt seit 2019 das Label Energiestadt. Dieses Jahr entschied sie sich, mehrere Stadtparks neu zu denken – Anlagen, deren Gestaltung in die Jahre gekommen war und den heutigen Anforderungen nicht mehr genügte. Zwar profitiert Lugano von einem milden Klima, doch gerade in den Sommermonaten kann sich die Hitze, insbesondere in dicht bebauten Stadtteilen, stauen und zuspitzen.

Vor diesem Hintergrund setzte die Stadt auf eine umfassende Aufwertung ihrer Freiräume: mehr Biodiversität, weniger Hitzeinseln, ein klarer Bezug zum Prinzip der Schwammstadt – und stets mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung.

Der neue Spielplatz in der Via Pico in Cassarate. © Stadt Lugano, Abteilung für städtische Räume und öffentliche Grünflächen

Der neue Spielplatz in der Via Pico in Cassarate. © Stadt Lugano, Abteilung für städtische Räume und öffentliche Grünflächen

Zentrale Elemente: Schwammstadt und Biodiversität

Einer der sanierten Parks ist der Spielplatz im dicht besiedelten Stadtteil Cassarate. Nach sorgfältiger Planung, gestartet bereits Ende 2019, wurden die Arbeiten im November 2021 in Angriff genommen und im September 2022 abgeschlossen.

Eines der zentralen Elemente des Projekts ist das Wassermanagement nach dem Schwammstadt-Prinzip. Die hohe Durchlässigkeit des Bodens mit naturnahen Versickerungssystemen, kombiniert mit sogenannten Regengärten ermöglichen ein Versickern des Regenwassers und dessen anschliessende zeitverzögerte Abgabe – ein wirkungsvoller Beitrag zur Minderung des urbanen Wärmeinseleffekts. Für zusätzliche Abkühlung sorgen ein Springbrunnen und ein Wasserspielplatz, dessen Fontänen bei Körperbewegungen aktiviert werden.

Auch die Förderung der Biodiversität wurde mit Bedacht umgesetzt. Bestehende Bäume, die wertvollen Schatten spenden, blieben erhalten; gezielte Neupflanzungen sorgen für eine dichte, klimaangepasste Begrünung. Zum Einsatz kommen unterschiedliche, standortgerechte Arten mit geringem Pflegebedarf. In ausgewählten Bereichen des Parks entschied man sich für eine natürliche Vegetation.

Durchlässiger Boden und vielfältige Bepflanzung auf dem neuen Spielplatz. © Stadt Lugano, Abteilung für städtische Räume und öffentliche Grünflächen

Durchlässiger Boden und vielfältige Bepflanzung auf dem neuen Spielplatz. © Stadt Lugano, Abteilung für städtische Räume und öffentliche Grünflächen

Materialrückgewinnung für mehr Nachhaltigkeit

Um den Nachhaltigkeitsgedanken in allen Projektphasen konsequent zu verankern, wurde auf die Wiederverwendung von Materialien gesetzt: Ausgedientes erhielt ein zweites Leben und wurde im neuen Spielpark bewusst neu in Szene gesetzt. Sämtliche für die Mauerwerksarbeiten eingesetzten Materialien – von Stufen über Sitzbänke bis hin zu Wänden und Regengärten – stammen aus dem Rückbau nahegelegener Gebäude.

Um den Charakter dieser Wiederverwertung sichtbar zu machen, entschied man sich, die geborgenen Betonblöcke in ihrem vorgefundenen Zustand zu belassen und ihre ursprünglichen Formen und Dimensionen bewusst zu inszenieren. Das Ergebnis: eine eigenständige Ästhetik, die dem Park einen unverwechselbaren und zeitgemässen Ausdruck verleiht.

Mauerarbeiten unter Verwendung von wiederverwerteten Steinen aus lokalen Abbruchstellen. © Stadt Lugano, Abteilung für städtische Räume und öffentliche Grünflächen

Mauerarbeiten unter Verwendung von wiederverwerteten Steinen aus lokalen Abbruchstellen. © Stadt Lugano, Abteilung für städtische Räume und öffentliche Grünflächen

Eine grüne Oase mitten in der Stadt

Die Aufwertung greift die natürlichen und morphologischen Gegebenheiten des Ortes auf und übersetzt sie in eine lebendige Landschaft, in der Wege, Spielflächen und Grünräume harmonisch ineinandergreifen. Neben dem Spielbereich umfasst der neu gestaltete Park auch eine Fitnesszone sowie einen Hundebereich – und etabliert sich damit als vielfältiger, aktiv nutzbarer Stadtraum.

Natürliche Elemente, durchlässige Oberflächen und eine differenzierte Bepflanzung verbinden sich mit spielerischen Installationen, die Bewegung, Entdeckung und soziale Interaktion fördern.

Allgemeine Informationen zum Projekt

Erfolge

Schaffung einer einladenden und resilienten Umgebung, welche die städtische Lebensqualität verbessert und neue Möglichkeiten für Spiel, Begegnung und Wohlbefinden eröffnet – und zwar mit innovativen, teils unkonventionellen Ansätzen.

Jahr
2026
Ort
Stadt Lugano
Effekte

Rückgewinnung und Wiederverwendung von Abbruchmaterialien.

Bodenversickerungsfähigkeit und natürliches Wassermanagementsystem nach dem Schwammstadt-Konzept.

Minderung des Wärmeinseleffekts im städtischen Umfeld.

Förderung der Biodiversität.

Hilfsmittel

Anpassung an den Klimawandel für Energiestädte

Informationsplattform Schwammstadt – für ein klimaresilientes Wassermanagement in Siedlungen

Massnahmen im Katalog

1.1.3 Anpassung an den Klimawandel

2.1.3 Graue Energie im Hoch- und Tiefbau

7        Anpassung an den Klimawandel

Gemeinden
Lugano
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