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Lancy formuliert seine «Schwammstadt»-Strategie zeitgleich mit der Realisierung

Die Stadt Lancy hat ihren Klimaplan um einen zentralen, vom Schwammstadt-Prinzip inspirierten Baustein erweitert – basierend auf bereits ersten konkreten Umsetzungen. Die Verabschiedung des angepassten Klimaplans wurde durch den Status als Energiestadt Gold deutlich erleichtert. Ein Rückblick auf die Erkenntnisse dieses wegweisenden Vorhabens.

Hintergrund

Energiestadt seit 2008, Energiestadt Gold seit 2025: Die Stadt Lancy verabschiedete 2024 ihren Klimaplan, bei dem jede Massnahme auf ihr Pendant im Energiestadt-Katalog verweist. Besonders ambitioniert und geradezu pionierhaft zeigt sich der Plan im Bereich «Schwammstadt».

Um eine fundierte, gesamtstädtische Anpassungsstrategie an den Klimawandel zu entwickeln, hat Lancy früh damit begonnen, ihr Gebiet systematisch zu analysieren. 2022 beauftragte die Stadt ein Forschungsteam der Universität Genf mit einer Studie zur Klimaresilienz des Gemeindegebiets. Diese erwies sich als wegweisend: Sie half, vorhandene Feststellungen zu objektivieren, den eingeschlagenen Kurs zu evaluieren und konkrete städtebauliche Handlungsfelder sowie prioritäre Interventionsräume zu definieren – beispielsweise zur Bekämpfung von Wärmeinseln. 2023 wurde die Analyse durch eine vertiefende Untersuchung zum Oberflächenabfluss ergänzt.

Neben Massnahmen zur Begrünung sowie zur Milderung von Hitzebelastungen für die Bevölkerung – etwa durch Schatten und Wasser – setzt der Klimaplan im Kapitel „Territorium“ des Handlungsfelds Klimaanpassung gezielt auf Prinzipien der Schwammstadt. Im Zentrum stehen dabei zwei Schlüsselmassnahmen:

  • «Erhöhung der Bodenpermeabilität und der Versickerung von Regenwasser vor Ort» (T5)
  • «Schaffung von Anlagen zur Versickerung oder Rückhaltung von Regenwasser» (T6)

Ein wasserdurchlässiger Pausenhof auf dem Schulgelände

Die Versickerungsmulde und die Grundschule von Pont-Rouge. Fotos: Adrien Buchet, Stadt Lancy

Die Versickerungsmulde und die Grundschule von Pont-Rouge. Fotos: Adrien Buchet, Stadt Lancy

Die «Schulgarten»-Anlage

Jede Schlüsselmassnahme wird von einer Dienststelle der Gemeindeverwaltung gesteuert, die sowohl für die Umsetzung als auch für das Erreichen der definierten Ziele verantwortlich ist. Massnahmenspezifische Strategien sowie die dazugehörigen Indikatoren befinden sich derzeit in Ausarbeitung. Bemerkenswert am Vorgehen in Lancy ist, dass sich die Strategieentwicklung nahezu zeitgleich auf zwei benachbarte Grossprojekte stützt: einerseits die Anlage einer weitläufigen Versickerungsmulde auf dem Gelände stillgelegter Eisenbahngleise, andererseits – in deren Verlängerung – der Bau einer «Schulgarten»-Anlage.

Das Projekt der Primarschule Pont-Rouge (16 Klassen, 320 Schülerinnen und Schüler), eingebettet in ein neues Quartier und innerhalb eines neu geschaffenen öffentlichen Parks, wurde bereits ab dem Architekturwettbewerb als Pilotvorhaben im Rahmen der kantonalen Initiative «Cool City» unterstützt. Den Aussenräumen – Pausenhof, Wegeführungen und Parkanlagen – galt besondere Aufmerksamkeit, mit Blick auf thermischen Komfort und Entsiegelung. Die 2023 eröffnete Schule ist in Betrieb; die begrünten Anlagen überzeugen insgesamt, auch wenn sie fortlaufend angepasst werden müssen.

Allgemeine Informationen zum Projekt

Erfolge

• Paralleles Vorgehen: praktische Umsetzung und gleichzeitige Erarbeitung einer Schwammstadt-Strategie.

• Verzicht auf verbindliche Zielwerte für die vorgeschlagenen Massnahmen – bis zur Ausarbeitung einer gezielten Strategie durch die zuständige Dienststelle.

• Sensibilisierung von Politik und Bevölkerung.

• Einstimmige Verabschiedung des Klimaplans durch den Gemeinderat (Legislative).

• Der Wettbewerb für den Schulbau gehörte zu den ersten im Kanton Genf, der Klimafragen systematisch integrierte.

Jahr
2022-2024
Ort
Lancy Pont-Rouge
Effekte

• Rund 100 Bäume und 1'100 Sträucher wurden im Perimeter gepflanzt; angestrebt wird eine Baumkronenbedeckung von 25 % innerhalb von zehn Jahren – ausgehend von ursprünglich 0 %.

• Der öffentliche Park mit Versickerungsmulde und wasserdurchlässigem Pausenhof bildet das grüne Gegenstück zum stark versiegelten, mineralisch geprägten Geschäftsquartier rund um den Bahnhof Pont-Rouge.

• Ausdehnung und Verstärkung der Frischluft- und Kühlwirkung vom Park der Mairie bis zur Schule.

• Verbesserte Versickerung von Regenwasser zur Stabilisierung der Abflüsse und zur Minderung von Trockenperioden in Gewässern.

Hilfsmittel

(Quellen in französischer Sprache)

Klimaplan Lancy (2024): https://www.lancy.ch/la-ville-de-lancy-presente-son-plan-climat-communal

Stadt Lancy: Leitfaden zur Gestaltung hochwertiger Freiflächen (2019): https://www.lancy.ch/sites/default/files/arborescence/DOSSIERS%20THEMATIQUES/Lancy%20Ville%20durable/lvd_guide-amenagement-espaces-libres.pdf

Eine Schule in Pont-Rouge: https://www.lancy.ch/la-nouvelle-ecole-et-le-parc-de-lecoquartier-de-pont-rouge 

Grundschule Pont-Rouge – eine Gartenschule: https://www.ge.ch/document/38544/annexe/file/400788

Massnahmen im Katalog

- 1.1.1  Ziele und Konzept/Strategie/Leitbild Energie/Klima

- 1.1.3  Anpassung an den Klimawandel

- 1.3.2  Sondernutzungsplanung, Landverkäufe und Abgaben im Baurecht durch die Gemeinde

Gemeinden
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Kontakt

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