Erarbeitung eines kommunalen Rahmenkredites
(sofern dies in der Kompetenz der Gemeinde liegt) zur Ausstattung der kommunalen Bauten mit Solaranlagen. Als Schwelle kann z.B. ein Minimum von 60 Prozent Eigenverbrauch beim Solarstrom angesetzt werden. Mit einer solchen Regelung kann vermieden werden, dass die Solarprojekte einzeln vom Parlament oder von der Gemeindeversammlung bewilligt werden müssen.
Finanzierung
Hat sich die Gemeinde entschieden, eigene Gebäude mit PV-Anlagen auszustatten, stehen ihr für die Finanzierung verschiedene Modelle zur Verfügung:
- Vollfinanzierung: Investiert die Gemeinde selbst in die Anschaffung einer PV-Anlage, stehen ihr die vollen finanziellen Einnahmen bzw. Kosteneinsparungen zu. Allerdings müssen dazu auch die finanziellen Investitionsmittel zur Verfügung stehen. Hierzu lohnt sich möglicherweise die Erarbeitung eines kommunalen Rahmenkredites (sofern dies in der Kompetenz der Gemeinde liegt) zur Ausstattung der kommunalen Bauten mit Solaranlagen. Als Schwelle kann z.B. ein Minimum von 60 Prozent Eigenverbrauch beim Solarstrom angesetzt werden. Mit einer solchen Regelung kann vermieden werden, dass die Solarprojekte einzeln vom Parlament oder von der Gemeindeversammlung bewilligt werden müssen. Zudem können die budgetierten Mittel flexibel über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden.
- Voll-Contracting: Sind in der Gemeinde die finanziellen Kapazitäten zu stark eingeschränkt, um eigene PV-Anlagen zu realisieren, können die geeigneten Flächen zur Nutzung im Rahmen eines Voll-Contracting ausgeschrieben werden. Dabei wird das Dach mittels eines Dachnutzungsvertrags über einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren einer Contracting-Firma vermietet, die darauf eine Solaranlage erstellt und den Strom dem Gebäudebesitzer und/oder anderen Verbrauchern zu einem vertraglich vereinbarten Preis verkauft. Sofern die darunter liegenden Gebäude einen massgeblichen Stromverbrauch aufweisen, bietet sich ein Contracting an, bei dem der Anlagenbetreiber der Gemeinde einen Teil des produzierten Stroms dem Gebäudebesitzer verkauft («on-site power purchase agreement»). Auch nicht profitorientierte Solargenossenschaften oder der lokale Verteilnetzbetreiber sind mögliche Nutzer solcher Flächen (siehe auch auch Crowdfunding oder Solargenossenschaften). Energie Schweiz hat zu diesem Vorgehen einen Leitfaden zu Dachvermietung und Solar-Contracting erstellt.
- Teilfinanzierung / Teil-Contracting: Alternativ kann auch ein Teil finanziert, und ein Teil im Contracting vergeben werden. Oder falls sich die Gemeinde entscheidet die Finanzierung komplett selber zu übernehmen, kann sie auch nur die Planung und den Betrieb der Anlage über ein Teil-Contracting auslagern.
Anmelden beim Netzbetreiber und Gebäudeversicherung
Alternativ zur Einspeisung über den Energieversorger kann die Gemeinde den überschüssigen Strom auch über Dritte direkt vermarkten. Einige Unternehmen bieten dabei eine Garantie für den Referenz-Marktpreis und übernehmen alle administrativen Aufgaben und Risiken der Direktvermarktung. Eine Übersicht über die verschiedenen Vermarktungsmodelle finden sie hier. Dies kann sich auch für Gemeinden mit älteren Anlagen lohnen. Viele Anlagen im Einspeisevergütungssystem (EVS) mit Direktvermarktung erhalten zurzeit Rechnungen von Pronovo, weil der Vergütungssatz tiefer als der Referenzmarktpreis liegt. In diesen Fällen bietet es sich an, aus dem EVS auszutreten und einen langfristigen Vertrag mit einem anderen Käufer abzuschliessen. Mit der Langfristigkeit entschärft sich auch das Problem, dass ein Wiedereintritt ins EVS nicht möglich ist.
Portfolioverwaltung
Verfügt die Gemeinde über ein grösseres Portfolio von PV-Anlagen mit unterschiedlichen Vermarktungsmodellen, Vertragslaufzeiten und Anlagenstandorten, kann es sich lohnen, einen Dienstleister mit dem Portfoliomanagement zu beauftragen. Gemeinden können auch den kompletten Vorgang von Analyse, Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb an Dienstleister auslagern. Partner können hier die Energieversorger, lokale Genossenschaften (siehe hier), Vereine (z.B. solarspar), nationale Dienstleister (z.B. solarify) oder lokale Energieunternehmen sein.