Die Massnahmen zu den direkten Emissionen reihen sich in eine bereits nachhaltige Politik ein: Die Stadt hat seit 2005 schon 26% ihrer Emissionen reduziert, davon 20% dank eines Wärmeverbunds. Auf der Basis des ausgearbeiteten Massnahmenkatalogs sind bis 2030 eine Halbierung der direkten Emissionen, bis 2040 eine Reduktion um 70% und bis 2050 um 100% möglich.
Sanierte Gebäude und CO2-freier Wärmeverbund
CO2-emissionsfreie Gebäude bis 2050 bedeuten den Ersatz von Öl- oder Gasheizungen. Die Stadt wird ihren Wärmeverbund ausdehnen und ihn dekarbonisieren, indem sie vollständig auf Öl und Erdgas verzichtet. Die bevorzugten erneuerbaren Energien für den Wärmeverbund sind Waldholz, Gebrauchtholz, Geothermie, Nutzung des Seewassers und der ARA, Solarthermie sowie Abwärmenutzung aus der KVA Tridel und der ARA. Das Szenario sieht ebenfalls die Redimensionierung des Lausanner Gasnetzes vor und den Übergang in die Versorgung mit Biogas, synthetischem Gas und Wasserstoff - der über Hydrolyse aus erneuerbarer Energie hergestellt wird. Lausanne bemüht sich auch, die Sanierungsrate des Gebäudeparks zu erhöhen (Ziel: von weniger als 1% auf 3.3% Sanierungen pro Jahr).
Aktive Mobilität, öV und Elektromobilität
Die Stadt arbeitet darauf hin, bis 2030 in Lausanne keine Verbrennungsmotoren mehr zu haben. Daher muss der Autoverkehr sehr stark abnehmen zugunsten der aktiven Mobilität und des öffentlichen Verkehrs. Die Klimastrategie reiht sich ein in die Entwicklung von lange geplanten Infrastrukturen wie Metro-, Tram- und Buslinien oder Velorouten. Weiter werden Fussgängerzonen im Stadtzentrum und das Angebot von Elektroladestationen ausgebaut.
Eine Stadt mit gemässigtem Klima, viel Grün und vielen Bäumen
In Sachen Klimawandelanpassung sind Massnahmen geplant, um Hitzepeaks zu mildern, Trockenheit und Überschwemmungen optimal zu managen sowie Massnahmen in den Bereichen Natur und Biodiversität. Eine strategische Anordnung von Bäumen kann die Lufttemperatur in der Stadt um 2 bis 8°C senken. Die Stadt möchte deshalb die von Blättern bedeckte Fläche auf dem Stadtgebiet bis 2040 um 50% erhöhen. Weitere substantielle Massnahmen sind für die Reduktion indirekter Emissionen vorgesehen.