04.12.2014

Energiezukunft in Smart Cities: Betroffene ins Zentrum rücken

Die Stadt der Zukunft ist smart und schont die natürlichen Ressourcen. An der 3. nationalen Smart-City-Tagung in Basel kamen neue Planungsideen zur Sprache, um die Energiestrategie 2050 des Bundesrats zu unterstützen. Erstmals wurde dabei die Idee einer Verknüpfung von Smart City und 2000-Watt-Arealen eingebracht. Zudem wurde dargelegt, dass die Betroffenen vermehrt in die Planung einer effizienten und attraktiven Stadt der Zukunft einzubeziehen sind. 

Über 140 Vertreterinnen und Vertreter von Energiestädten, der Energiewirtschaft, Energieberater, Projektenwickler aus dem In- und Ausland sowie Behördenmitglieder nahmen an der dritten nationalen Smart-City-Tagung des Bundesamts für Energie in Basel teil. Die Teilnehmenden diskutierten zentrale Themen einer Smart City. Der Tenor war deutlich: Städte müssten vermehrt lernen, in einer frühen Entwicklungsphase von Projekten durch Vernetzung alle Potenziale der Energie- und Ressourcen-Effizienz zu erschliessen. Dabei gilt es auch die Einwohnerinnen und Einwohner sowie die Nutzenden in die Planung einzubeziehen. Auch im Hinblick auf das Erreichen der Ziele der Energiestrategie 2050 des Bundes sind die Städte gefordert.

Bevölkerung umfassend einbeziehen
Der Planungsdirektor aus Wien, Thomas Madreiter, und der Verantwortliche für Nachhaltigkeit der Stadt Grenoble, Xavier Normand, hoben in ihren Beiträgen die Bedeutung des Engagements der Bevölkerung hervor: «Smart City Wien geht den Weg einer starken Bürgerbeteiligung und trägt so den sozialen Auswirkungen Rechnung. Auf der anderen Seite steht der Einsatz modernster Technologie unter Berücksichtigung der Ressourcenschonung», legte Madreiter dar. Auch Grenoble setzt beim Weg zur nachhaltigen Stadt auf einen partnerschaftlichen Ansatz.
Die Gastgeberstadt Basel versuche mit ihren Pilotprojekten der 2000-Watt-Region eine Smart City zu werden und kooperiere dabei mit ausländischen Partnern, sagte Regierungsrat Christoph Brutschin.

Bisherige Grenzen sprengen
Norbert Ender von IBM machte deutlich, dass eine intensive Zusammenarbeit über bisherige Grenzen hinaus notwendig sei, um smarter zu werden: «Die Kunst liegt darin, Wirtschaft und Bevölkerung in den Prozess zu integrieren. Dabei spielen sowohl Daten als auch neue Ressourcen und die regionale Zusammenarbeit eine zentrale Rolle. Um erfolgreich zu sein, müssen insbesondere Datensicherheit und Datenschutz gewährleistet sein».

Smarte Projekte auf gutem Weg
Für die Stadt Winterthur zeigten Katrin Bernath und Corinne Moser auf, welche konkreten Projekte derzeit entwickelt werden, um als Energiestadt Gold noch innovativer und nachhaltiger zu werden, sei dies im Bereich der Organisation von Sanierungsvorhaben von Genossenschaften oder informativer Stromverbrauchsanalysen.
Als geeignetes Übungsfeld für Smart-City-Projekte bezeichnete Heinrich Gugerli den Ansatz der 2000 Watt-Areale. Diese könnten auch als Modell für grössere Einheiten in Städten dienen.

Modernste Technologie ist vorhanden
Am Beispiel eines innovativen Batterie-Stromspeichers zeigte Jan Poland von ABB, dass die Technik bereits heute fortschrittliche Angebote machen kann: «Solche Speicher sind ein wichtiges Element zur Netzstabilität und ergänzen die erneuerbaren Energien bestens.» Markus Schrofer von CISCO präsentierte eine Vielzahl von innovativen Lösungsansätzen, die durch Technik möglich sind, sei dies beispielweise im Bereich Parkplatzsuche, Abwasser oder smarte Beleuchtung.

Technologie und IT allein genügen nicht
«Eine nachhaltige Stadtentwicklung orientiert sich an Qualitäten für den Benutzer, führte Peter Schwehr von der Hochschule Luzern als Architekt aus. «Diese muss langfristig ausgerichtet sein und verfügt über das Potenzial, um auf Veränderungen gestärkt reagieren zu können.» Mit seinem bekannt kritischen Ton setzte sich Architekturkritiker Benedikt Loderer mit der Smart City auseinander. Der Smart-City-Ansatz dürfe nicht auf reinem Technikglauben aufbauen. Loderer plädierte insbesondere für ein radikales Umdenken in den Bereichen Mobilität und Konsumverhalten. «Solange wir das Prinzip Reicherwerden als Staatsmaxime weiterverfolgen, werden wir nicht smart, nur bauern-schlau.»

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Medienmitteilung «Energiezukunft in Smart Cities: Betroffene ins Zentrum rücken» vom 04.12.2014