18.05.2015

Drei Fragen an Mauro Bernasconi: Warum für Bioggio das Label ein erster Schritt ist

Bioggio ist eine Gemeinde mit 2600 Einwohnern in der Region Malcantone im Bezirk Lugano. Auf Umwelt- und Energiethemen stets besonders bedacht, hat Bioggio 2010 beschlossen, sich als Energiestadt zertifizieren zu lassen und den Prozess dazu einzuleiten. Von da an hat die Gemeinde stets weitergemacht und kontinuierlich vielfältige Massnahmen zur effizienten Nutzung von Energie und erneuerbaren Energien durchgeführt. Bürgermeister Mauro Bernasconi erklärt, wie die Gemeinde ihre Energiepolitik voranbringt.


Wie war der Anfang für die Gemeinde auf dem Weg zur Energiestadt?
Wir haben 2010 damit angefangen. Zu Beginn waren unsere beiden wichtigsten Ziele die Bestandsaufnahme der Ausgangssituation und die Zertifizierung als Energiestadt bis 2015. Dank der Zusammenarbeit und des Engagements aller Beteiligten sind wir schnell vorangekommen. Die Zertifizierung als Energiestadt ist für Bioggio nicht nur die Anerkennung für die Leistungen, sondern sie ist ein wichtiges Instrument für die umsichtige Ressourcennutzung und wird es auch zukünftig sein.

Welches sind die wichtigsten Punkte der Energiepolitik von Bioggio?
Die Region ist das Fundament, in dem die Energiepolitik unserer Gemeinde verankert ist. Die Politik möchte als gutes Beispiel vorangehen und Menschen und Unternehmen anregen, dem Umweltschutz im Alltag mehr Beachtung zu schenken. Wir sind davon überzeugt, dass die Projekte der Gemeinde die Bevölkerung ermutigen werden, das Unternommene nachzumachen. Wir betrachten die Verleihung des Labels als einen ersten Schritt auf einem langen Weg, und aus diesem Grund haben wir auch nach der Zertifizierung im vergangenen November kontinuierlich und engagiert weitergearbeitet. Vor kurzem haben wir ein Elektroauto für das Bauamt angeschafft, wir fördern aktiv die Nutzung von Leitungswasser statt von in Flaschen abgefülltem Wasser und planen die energetische Sanierung der Primarschule. Über die Projekte hinaus, die wir als einzelne Gemeinde umsetzen, arbeiten wir systematisch mit den benachbarten Gemeinden Agno und Manno zusammen. Dank der interkommunalen Kooperation können die Ressourcen besser genutzt und die gemeinsamen Projekte effizienter umgesetzt werden. Als Beispiel für die vielen verschiedenen angebotenen Leistungen der drei Gemeinden sei das "Sportello Energia-ABM" genannt, das eine kostenlose Erstberatung zu Energiefragen anbietet und von der Bevölkerung sehr gerne in Anspruch genommen wird. Auch werden zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen zur Sensibilisierung und Information der Bevölkerung zu Energie- und Umweltthemen angeboten.

Wie hat Ihnen das Fest aus Anlass der Verleihung des Labels "Energiestadt" gefallen?
Das Fest wurde mit viel Engagement und Liebe zum Detail organisiert und dabei ist ein reichhaltiges und vielfältiges Programm herausgekommen. Neben dem offiziellen Teil, zu dem Staatsrat Claudio Zali, Nicole Zimmermann (BFE Bundesamt für Energie) und Stefano Giamboni (Energiestadt) gekommen sind, fanden auch Spiele zum Thema Umwelt, Probefahrten mit E-Bikes und ein vom FC Bioggio angebotenes Mittagessen statt. Das sonnige Wetter und das schöne Rahmenprogramm sorgten für eine hohe Beteiligung der Bevölkerung. Der Erfolg der Veranstaltung ist sicher ein weiterer Anstoss, unseren Weg in eine nachhaltige Zukunft fortzusetzen.