09.05.2014

10 Prozent mehr Energiestädte

Starker Zuwachs beim energie- und umweltpolitischen Qualitätslabel für Gemeinden

Aktuell tragen 352 Schweizer Gemeinden das Label Energiestadt. Mit 34 Neuzertifizierungen seit Anfang 2013 beträgt der Zuwachs gut zehn Prozent. Diese erfreuliche Bilanz zog der Trägerverein Energiestadt an seiner Mitgliederversammlung vom 9. Mai 2014 in Lausanne. Am Anlass wurde die Gastgebergemeinde Lausanne erneut mit dem European Energy Award «Energiestadt GOLD» ausgezeichnet. Sie zählt damit zu den Top Ten der energiepolitischen Avantgarde-Kommunen Europas. Die grenzüberschreitende Dimension von Energiestadt stand im Mittelpunkt der Veranstaltung: Energiestadt als Wegweiser für kommunale Energiepolitik in Europa.

 

Rund 200 Energiefachleute und Behördenmitglieder aus Gemeinden und Kantonen trafen sich heute im Olympischen Museum in Lausanne zur Mitgliederversammlung des Trägervereins Energiestadt. Der Verein zählt über 600 Mitgliedgemeinden und Regionen aller Grössen und aus allen Landesteilen. Er ist für die Verleihung des Labels Energiestadt verantwortlich und bietet den Gemeinden Unterstützung und Beratung auf ihrem Weg zur erfolgreichen Zertifizierung – eine Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch im Zeichen der Energiewende.
Sie sei sehr zufrieden mit der jüngsten Entwicklung, meint die Bieler Gemeinderätin und Präsidentin des Trägervereins Energiestadt, Barbara Schwickert: «Wir haben viele engagierte Gemeinden dazugewonnen, unsere Mitglieder sind die Vorbilder einer nachhaltigen Energiepolitik. Die unzähligen Aktiven in den Gemeinden machen die Energiestrategie 2050 des Bundesrats konkret und fassbar.»

 

Botschafter Energiestadt
Die Versammlung schuf neu die Funktion eines Botschafters Energiestadt. Die Persönlichkeiten werden die Energiestadt in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen. Gewählt wurden:

  • Rudolf Baumann-Hauser, ehemaliger Leiter der Energiefachstelle des Kantons Luzern,
  • Walter Kubik, ehemaliger Leiter der Energiefachstelle Kanton Bern,
  • René Longet, ehemaliger Stadtrat von Onex,
  • Marcel Schweizer, ehemaliger Gemeinderat von Riehen BS, Präsident des Gewerbeverbandes Basel-Stadt.

 

Lausanne ausgezeichnet
Die Stadt Lausanne hat die Auszeichnung Energiestadt erstmals 1996 erhalten, als landesweit zweite Gemeinde. Nun wurde Lausanne zum dritten Mal die europäische Auszeichnung European Energy Award «Energiestadt GOLD» verliehen und deren aktive Rolle als Leuchtturm im europaweiten Netzwerk der energiepolitisch engagierten Kommunen gewürdigt: Mit den erreichten 84 Prozent der maximalen Punktzahl reiht sich Lausanne unter die Top Ten der Energiestädte in Europa ein.

 

Europaweit wegweisend
Der European Energy Award (eea), das Managementsystem kommunaler Energiepolitik, ging zur Jahrtausendwende aus dem Schweizer Energiestadt-Label hervor. Heute hat die EU mit dem Covenant of Mayors, dem «Konvent der Bürgermeister», die Bedeutung der Gemeinden für mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien ebenfalls erfasst – ebenso die Standardisierungsorganisationen mit «ISO 50001». Schweizer und internationale Referenten zeigten an der Veranstaltung auf, dass Energiestadt mit diesen Initiativen und Ansätzen sehr gut kompatibel ist und eine Vorreiterrolle einnimmt. Die Qualitätskriterien von Energiestadt sind auch wertvoll für die Zusammenarbeit des SECO mit Rumänien: Im Rahmen des schweizerischen Beitrags zur Glättung von Disparitäten in der erweiterten EU wird Energiestadt gegenwärtig in vier rumänischen Kommunen implementiert. Die Stadt Suceava stellte am Anlass ihr nachhaltiges kommunales Energiema-nagement nach dem Vorbild des eea vor.

 

Am Puls der Zeit
Vor 25 Jahren startete das Projekt «Energiestadt – Entwicklungsplattform der kommunalen Energiepolitik». Gemeinden und Städte sollten ihre energiepolitischen Möglichkeiten aktiver wahrnehmen. Heute ist Energiestadt anerkannt als Qualitätsmanagementsystem für die Umsetzung kommunaler Energie- und Umweltpolitik, als Netzwerk der Gemeinden zugunsten der Energiewende. Über vier Millionen Einwohner der Schweiz leben in einer Energiestadt. Heute verfügt Energiestadt über verschiedene Projekte wie «2000-Watt-Gesellschaft», «Smart City» oder «Energie-Region», die neue Akteure einbinden. Das Zertifikat «2000-Watt-Areal» zeichnet erst-mals Arealträgerschaften aus, die sich zu einem nachhaltigen Energiemanagement bekennen.

Barbara Schwickert: Grosse Dynamik
Seit einem Jahr steht die Bieler Bau-, Energie und Umweltdirektorin Barbara Schwickert an der Spitze des Trägervereins Energiestadt. Ihr Fazit: «Die vielen bei uns engagierten Gemeinden, Städte und Regionen fordern uns konstant heraus, unsere Angebote und Dienstleistungen weiterzuentwickeln. Wichtig ist mir auch die Zusammenarbeit mit unseren Partnern. Dazu gehören der Bund, die Kantone, aber auch die schweizerischen Kommunalverbände»

 

Energiestadt ist eine in der Schweiz entwickelte Zertifizierung. Sie zeichnet Gemeinden aus, die ein Qualitätsmanagement für die Umsetzung ihrer Energie- und Umweltpolitik eingeleitet haben. Für die Verleihung des Labels Energiestadt ist der Trägerverein Energiestadt verantwortlich. Mitglieder des Vereins sind Gemeinden und Regionen. Energiestadt ist Bestandteil des Programms «EnergieSchweiz».

 

Fotos verfügbar unter: 
http://www.energiestadt.ch/agenda/bilder-veranstaltungen/

Unterlagen der Veranstaltung ab Montag, 12. Mai 2014 verfügbar unter:
http://www.energiestadt.ch/nc/agenda/detail/article/mitgliederversammlung-traegerverein-energiestadt-mit-fachveranstaltung/


Medienmitteilung der Stadt Lausanne

 

Medienkontakt / Auskunft:
Matthieu Chenal (français), 078 683 36 10
Stefan Wyer (deutsch), 079 292 22 66